Gastbeitrag: Lichtstrom, Lichtstärke und Beleuchtungsstärke.

Autor: LEDWERKE

In dem Blogbeitrag zum Thema Slow Motion, haben wir gesehen, dass es wichtig ist sich mit dem Thema Licht zu beschäftigen. Bevor man sich das richtige Licht mietet, ist es wichtig ein paar Fachbegriffe zu kennen. Die Beschreibungen im Folgenden sollen keine exakt wissenschaftlichen Erklärungen sein, sondern die Begriffe umgangssprachlich und einprägsam erklären. Wer es genauer wissen will, dem empfehlen wir einen Blick in die einschlägige Literatur.

Was ist der Lichtstrom?

Die Menge an Strahlungsleistung, die von einer Lichtquelle als für den Menschen sichtbares Licht abgegeben wird, bezeichnet man als Lichtstrom. Dabei ist es nicht relevant, in welche Richtung das Licht abgegeben wird. Der Lichtstrom wird in Lumen [lm] angegeben. Lumen [lm] und Watt[W] sind demnach eigentlich das Gleiche. Nur, dass beim Lichtstrom die Empfindlichkeit des menschlichen Auges, welche für verschiedene Farben des Lichtes unterschiedlich ist, mitberücksichtigt wird (Stichwort: Hellempfindlichkeitskurve).

Was ist Lichtstärke?

Das meiste Licht unserer Sonne strahlt nicht auf die Erde. Nur ein ganz kleiner Anteil (sehr enger Raumwinkel) erreicht unsere Erde direkt. Die Lichtstärke ist nun der Lichtstrom bezogen auf einen Raumwinkel. Es ist also der Teil des Lichtes, den wir wirklich nutzen können, weil er die Filmszene erhellt. Die Lichtstärke wird in Candela [cd] angegeben.

Dieser Wert wird bei Film-Leuchten oft angegeben und zusammen mit dem Abstrahlwinkel und dem Abstand zwischen Leuchte und Filmobjekt führt er zur Beleuchtungsstärke.

Was ist die Beleuchtungsstärke?

Die Beleuchtungsstärke ist ähnlich zur Lichtstärke, nur dass sie den Lichtstrom auf eine Fläche bezieht. Diesen Wert brauchen wir, wenn wir wissen wollen wieviel Licht von der Lichtquelle auf das Objekt trifft, welches gefilmt werden soll. Die Beleuchtungsstärke wird in Lux [Lx] angegeben. Damit ist die Beleuchtungsstärke für die Ausleuchtung eines Objekts in einer Szene die wichtigste Kenngröße. Dabei gilt:

Die Beleuchtungsstärke wird immer kleiner je weiter weg man sich von der Lichtquelle befindet.

Genauer gesagt: Beleuchtungsstärke hat zum Lichtstrom eine quadratische Abhängigkeit: Doppelte Entfernung führt zu einem Viertel der Beleuchtungsstärke.

Beispiel: Ein aktueller ARRI L-7 LED Scheinwerfer hat 160 W Nominal. Daraus ergeben sich bei einem Abstrahlwinkel von 50° (Flutlicht) folgende Beleuchtungsstärken (Quelle: ARRI Datenblatt L7 2018)

  • 3 m
  • ARRI L7-C (50°), 5.600K
  • 3 m
  • 898 lx
  • 5 m
  • 323 lx
  • 7 m
  • 165 lx
  • 9 m
  • 100 lx

Verdoppelt man also den Abstand von 3m auf 6m so müsste sich ein Wert von ca. 225 lx ergeben. Dies liegt zwischen den Werten von 5 und 7 m aus dem offiziellen Datenblatt.

Das heißt wenn ihr für die Ausleuchtung eines Objekts die doppelte Beleuchtungsstärke benötigt (z.B.: wegen des Lichtverlustes bei einem Slow Motion Dreh) habt ihr zwei Möglichkeiten. Entweder den einen Scheinwerfer auf ca. 70% der Entfernung näher an das Objekt zu stellen oder mindestens einen zweiten Schweinwerfer zu nutzen.